spoken word
Im Rahmen des Moduls «Schreiben & Sprechen» schrieb ich das Spoken Word «Goldene Momente». Das Thema sollte persönlich-individuell sein und der Stil narrativ.
Das Thema «Älterwerden» beschäftigt mich und die Veränderungen der Zeit finde ich faszinierend. Ich legte Wert darauf, dass sich der Leser/die Leserin mit meinem Text identifizieren und mitfühlen kann. Als kleines Extra baute ich immer wieder englische Wörter oder Sätze ein. Meiner Meinung nach, verleiht dies dem ganzen Text einen jungen Flair.
Nachts lieg ich wieder wach,
laute Gedanken machen krach.
Es geht mir gut, ja so gut.
Ich kann mich nicht beklagen,
mag es kaum wagen,
daran zu denken, dass es nicht allen so geht.
Das Leben läuft.
Es zieht vorbei so schön und hell,
wo ist das letzte Jahr hin, can you tell?
Zeit ist kostbar, Zeit ist wichtig,
enjoy the moment alles andere ist nichtig.
Das ist richtig wichtig!
Ein nicht näher bestimmtes Zeitintervall,
ein Moment, findet statt so nebenbei.
Niemand nimmt ihn wahr – eine Schweinerei!
So bedeutsam und unvergleichlich,
es gibt ihn nur einmal, ja nicht zweimal.
Wiederholen kann man ihn nicht,
aber der nächste ist schon in Sicht.
Momente kommen und gehen,
sie bleiben nicht stehen – wie ein Perpetuum mobile.
Gern würd ich die schönsten behalten,
in schwierigen Momenten nicht verzweifeln und einen schönen hervornehm.
Der Mensch hat zu wenig Speicher um alles zu verstauen,
viele Löcher lauern.
“Ach stimmt, dass weiss ich gar nicht mehr”
sagt man und fühlt sich leer.
Vieles verblasst, vieles verschwimmt,
das ist vom Leben bestimmt.
Und doch gibt es sie – Erinnerungen die man nie vergisst,
Momente die man vermisst.
Menschen die prägten, Orte die inspirierten.
Emotionen. Angst! Liebe! Hass!
Alles vorbei, egal was du machst.
Das erste Konzert, der erste Kuss, das erste Tattoo.
Eine Zeit um auszuprobieren, sich selbst zu kreieren.
Unbeholfen und unbeschwert,
durch Tag und Nacht gelebt.
Vielen Dank an die Menschen die dabei waren:
Lehrer, Eltern, Freunde und Crushes.
Lernen zu lernen war das Ziel,
auch wenn es einem nicht gefiel.
Quasi eine Probezeit, die Welt so weit.
So viel zu erkunden, zu entdecken,
eine Zeit um alles abzuchecken.
Ausgesprochen froh darüber nicht alleine zu sein,
in dieser time.
Freundschaften essentiell für den progress.
Viele Stunden zusammen erlebt,
gesungen und getanzt bis die Erde bebt.
Diese sind dir am nächsten,
egal was passiert man durchsteht es zusammen.
Leid und Freude wird geteilt,
Liebeskummer geheilt, mein child.
Eine deep connection entsteht.
Die Menschen nicht mehr wegzudenken,
niemand braucht sich zu verrenken, denn jeder weiss wie’s einem geht.
Ein Leben ohne diese Freunde – unvorstellbar!
Forever together hell ya!
Ehrlich und offen,
manchmal besoffen,
lustig zum schiessen,
Leben geniessen.
Es sind die Momente aus Gold die für immer bleiben,
die uns in Trance treiben.
Momente gefüllt mit purem Glück, Glanz und Genuss.
Doch die Zeit hat kein Erbarmen,
sie läuft mit schnellen Schritten, inmitten “Neues Leben”.
Und wir schweben.
Matur vergeht, Studium erscheint.
Adieu sagen und sich fragen wo die Reise hingeht.
Verteilt im ganzen Land, wachen wir auf,
in neuen Ikea-Betten und neuen Städten.
Langsam eingelebt, neue Freundschaft entsteht.
Throwback zu einem goldenen Moment.
Freunde von früher, manche sind geblieben, manche verschwunden,
ganz normal, ganz in Ordnung.
Die Zeit hat’s erfunden.
Kurzgeschichte
Im Rahmen des Moduls «Schreiben & Sprechen» schrieb ich die Kurzgeschichte «Gefährliches Lächeln». Das vorgegebene Thema war Anderssein, der Stil sollte narrativ und die Erzählperspektive die personale Perspektive sein. Prämisse: Gruppenzwang kann gefährlich sein und manchmal sollte man mutig genug sein, sich nicht anzupassen.
Gefährliches Lächeln
«Komm doch heute Abend auch auf die Party von Lea!», rief Nils im Fahrtwind Rino zu. Den schmalen Feldweg vom Schwimmbad nach Hause zu radeln mag Rino besonders gerne. Die langen grünen Gräser ragen links und rechts weit in die Höhe und die letzten Sonnenstrahlen treffen auf den unebenen Boden. Rino
geniesst diese warme Jahreszeit, da er die Tage von morgens bis abends an der frischen Luft verbringen kann. Sein Bauch kribbelt vor lauter Vorfreude, als er an seine, für den nächsten Tag geplante, Klettertour denkt. Seine Gedanken kreisen sich um seine zig Pläne für den Sommer, von denen er jeden einzelnen unbedingt umsetzen will. Ein Holpern über einen dicken Stein, holt ihn wieder zurück auf den Feldweg.
Es ist seltsam, dass Nils ihn zu der Party von Lea einlädt, obwohl er genau weiss, dass er niemals Alkohol trinken würde und daher Partys meidet. Eigentlich würde jetzt die Standardantwort von Rino kommen: «Danke für die Einladung, aber ehrlich gesagt bleibe ich lieber zu Hause.» Dieses Mal ist es jedoch anders. Rino sieht Leas fröhliches Lächeln vor sich und spürt ein Kribbeln, das durch seinen ganzen Körper jagt. Er erinnert sich zurück, als er dieses Lächeln zum ersten Mal gesehen hat. Mitten im schmalen Gang der Schule wurde ihm klar, dass es das schönste Lächeln war, das er je gesehen hat. Die beiden Jungen stoppen ihre Fahrräder an der Kreuzung, an der sich ihre Wege trennen. Nils lehnt sich nach vorn an seinen Lenker und schaut Rino hoffnungsvoll an. «Okay, ich komme.», entgegnet Rino. Sein Hals schnürt sich zu, sein Herz beginnt schnell zu klopfen. Er weiss selbst nicht, warum er zugesagt hat. Unzählige Gedanken schiessen ihm durch den Kopf. «Tschüss, bis später!», murmelt er schnell vor sich hin und düst davon. Er steht wie angewurzelt in seinem Zimmer, es ist ihm heiss und kalt zugleich. Schweiss läuft ihm über seine Stirn, seine Hände sind nass. «Was soll ich bloss anziehen?», denkt er sich.
Mit einer blauen Jeans, einem schwarzen T-Shirt und ein wenig Haar-Gel in seinen braunen Locken steigt Rino auf sein Mountainbike. Auf dem fünfzehnminütigen Weg kann er an nichts anderes, als an Leas Lächeln denken, bis er vor der pompösen, klassizistischen Villa ihrer Eltern steht. Rino ist beeindruckt davon, was Leas Eltern mit Familie und ihrer gemeinsamen Arztpraxis alles unter einen Hut bekommen. «Mehr als verständlich, dass sie sich momentan ein entspanntes Wellness Wochenende in den Bergen gönnen. Wenn diese jedoch wüssten, dass ihre 18-jährige Tochter eine Hausparty mit fünfzig Leuten schmeisst, wären sie bestimmt nicht mehr so entspannt», denkt sich Rino schmunzelnd. Jetzt steht er da, eingeschüchtert auf dem grossflächigen, mit Säulen geschmückten Vorplatz und wagt sich langsam in Richtung Hauseingang. Es ist nicht Lea die ihn am Eingang begrüsst, sondern ein angetrunkener, blonder Junge den Rino nicht kennt. «Komm schon rein und nimm dir ein Bier», drängt dieser. Stickige Luft, lautes, verwirrtes Geschwätz, Hip-Hop Musik und eine Menge Alkohol, erwartet Rino in dem stilvoll eingerichteten Wohnzimmer. Es dauert nicht lange, da ist Rino schon in ein Gespräch mit Freunden verwickelt. Es stört ihn nicht, dass Nils kaum noch geradestehen kann oder Maja jeden Satz lallend von sich gibt. Ein grosser Kreis wird gebildet, Lea erscheint und ruft: «Es ist Zeit für Wahrheit oder Pflicht!». Flaschen werden geöffnet, Becher bis zum Rand mit Alkohol gefüllt und die Stimmung steigt. Lea drückt Rino einen roten, gefüllten Becher in die Hand und lächelt. Ganz verzaubert von ihrem Lächeln stammelt Rino erst einige Sekunden später: «Nein danke, ich trinke nichts.» Lea schaut ihn ganz verdutzt an. Der blonde Junge von vorhin mischt sich ein: «Was ist denn mit dir falsch? Wir sind hier auf einer Party.», und lacht. Weitere Leute werden auf die Diskussion aufmerksam und machen sich über Rino lustig. Nils, der ihn zu der Party überredet hat, geht auf Rino zu und flüstert ihm ins Ohr, er solle doch einfach mal probieren. Die Situation ist viel zu viel für Rino und er flüchtet ins Badezimmer. Auf dem Weg hört er noch die letzten verspottenden Kommentare, bis er die Badezimmertür hinter sich zuzieht. Es ist still, nur ganz leise hört man die dumpfen Stimmen von unten. Eine kleine Träne kullert über seine Wange. «Ach komm schon Rino, bleib dir treu, spiel mit und trinke ein Glas Wasser statt Alkohol.», dachte er sich. Klar, es war vorhin nicht angenehm, doch er wollte es den Betrunkenen nicht übelnehmen.Unten angekommen bleibt Rino bei seinem Plan. Es dauert jedoch nicht lange und schon kommt ein weiterer, dummer Kommentar aus der Ecke. Es fühlt sich an, als würden alle fünfzig Menschen auf ihn zeigen und ihn verspotten. Mehrere Stimmen rufen im Chor: «Trink Rino, trink!». Unwohlsein überkommt ihn, sein Mund wird staubtrocken und sein Magen zieht sich zusammen. Er schaut zu Boden, da er den Blicken der Anderen entfliehen möchte. Er merkt wie sein Selbstbewusstsein schwindet und er seine Haltung verändert. In diesem Moment möchte Rino so klein wie möglich sein, lässt seine Schultern sinken und seinen Kopf hängen.
Er willigt ein, er kann jetzt nicht «schwach» sein und nicht trinken. Der erste Becher ist leer und Rino ist bereits betrunken. «Ganz schön komisch dieser Alkohol!», flüstert Rino ins Leere. Er ist ganz zappelig und schenkt sich einen Becher nach dem anderen ein. Alle Leute jubeln ihm zu und er geniesst die Aufmerksamkeit. Es wird immer wilder und Rino immer betrunkener. Zu fünft sitzen sie auf dem cremefarbigen Sofa und lachen. Schlagartig wird es Rino übel. Er kann gar nicht darüber nachdenken, da erbricht er schon über das Wildleder-Sofa. Er will sich abstützen, doch seine Arme reagieren nicht. Das Wohnzimmer verschwimmt und plötzlich kann er oben und unten nicht mehr voneinander unterscheiden. Er spürt, wie ihn jemand packt und ihn die Treppen hinaufträgt. Das nächste was er wahrnehmen kann, ist die glatte, kühle Oberfläche der Badewanne unter sich. «Hier ein Glas Wasser, trink!», vernimmt Rino gedämpft. Seine Augen hat er geschlossen, die Dunkelheit beruhigt ihn und vermindert seine Übelkeit. Als die Stimme von Lea ertönt, versucht er seine schweren Augenlider zu öffnen, was ihm jedoch nicht gelingt. «Kannst du gut atmen Rino?», fragt sie besorgt. Mit voller Anstrengung schüttelt er den Kopf und presst ein verklemmtes «Nein» und «Atemnot» hervor. Er hört Leas Fluchen, ihre hektischen Bewegungen, und das Tippen auf ihrem Handy. Sofort ist ihm bewusst: die Situation ist ernst. Seine Gedanken werden unterbrochen, sein Mund füllt sich und ein unkontrollierbares Erbrechen beginnt. Sirenen heulen und ein Krankenwagen fährt vor die Villa. Das letzte was Rino noch hört ist Leas Stimme: «Kommen Sie schnell, ich glaube er hat eine Alkoholvergiftung.»
Es ist mittlerweile 12:00 Uhr am nächsten Tag, Rino öffnet langsam seine Augen. Er schaut sich verdutzt um und wundert sich, weshalb er nicht in seinem Bett liegt. Wieso er sich in einem Krankenhauszimmer befindet, kann er sich nicht erklären. Rino kann sich nämlich an nichts mehr erinnern.
Nonfiktionaler text
Im Rahmen des Moduls «Schreiben & Sprechen» schrieb ich den nonfiktionalen Text «Unkontrollierbare Hitze». Dazu entwarf ich passende Illustrationen und setzte den Text in ein Layout.